Meet2Talk Was darf ich sagen? Wissenschaftsfreiheit in der Lehre
- Date in the past
- Wednesday, 21 October 2026, 20:00 - 22:00
- Online: MS Teams
- Dr. Christoph Schickhardt
- Institut für Medizin- und Datenethik, Medizinische Fakultät, Universität Heidelberg
Wissenschaftler*innen stehen unter dem Schutz der Wissenschaftsfreiheit, fühlen sich aber gegenwärtig in der Lehre eventuell nicht unbeschwert frei , sondern eher eingeklemmt: mit dem einen Auge schielt man ängstlich auf die moralisierende Sprechgebote und -verbote der Wokeness, die unter dem Milieu der Studierenden (oder Studenten?) und der Kolleg?innen vielleicht besonders verbreitet ist; mit dem anderen Auge schaut man auf social media und politische Entwicklungen, in denen rechtsextreme antidemokratische Strömungen zunehmend bedrohlich ihre wissenschaftsfeindlichen Ideologien und Machtphantasien ausleben. Natürlich sind die beiden Pole nicht gleichzustellen! Dennoch stellt sich die grundsätzliche Frage: was darf ich in der Lehre (noch) sagen? Welche Fragestellungen und Themen darf ich ergebnisoffen und kritisch diskutieren? Muss ich mich auf das „rein Wissenschaftliche“ beschränken und weltanschaulich „neutral“ sein – oder darf ich auch zu moralischen und politischen Fragen Positionen äußern?

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Vortrag
Im Vortrag werden Fragen rund um die Freiheit der wissenschaftlichen Lehre von einer wissenschafts- und rechtsethischen Perspektive aus analysiert und reflektiert. Dabei müssen neben den Ansprüchen auf Freiheit und Schutz dieser Freiheit auch die legitimen Grenzen und schwierigen Graubereiche der Wissenschaftsfreiheit in den Blick genommen werden, die sich von mehreren Seiten ergeben: die verfassungsrechtlich-freiheitlichen Grundwerte; die Rechte und Freiheiten der Studierenden; die legitimen Interessen der wissenschaftlichen Institutionen und die gute wissenschaftliche Praxis.